Donnerstag, 2. November 2017

Interview: Tanja Bern



Heute mit der Autorin:  Tanja Bern


 
Mein Name ist Tanja Bern, und ich werde im Dezember 42 Jahre alt. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und lebe mit meiner Familie plus drei Katzen in Gelsenkirchen. Ich fing schon als Jugendliche an zu schreiben, seit 2008 veröffentliche ich und arbeite hauptsächlich in den Genres Romance, Fantasy und auch Historical Romance. Am liebsten lese ich Fantasy Romance.



Bereits erschienen...




Ich habe der lieben Tanja ein paar Fragen gestellt! Lest hier ihre Antworten! 



Mrs.BookNerd:
Fangen wir mit der Standard Frage an! Wie bist du zum schreiben gekommen? Gab es ein bestimmtes Ereignis?Hast du schon früher geschrieben?
Tanja Bern:

Als Kind und auch als Jugendliche hatte ich unzählige Geschichten im Kopf, die ständig in meinen Gedanken herumtanzten. Irgendwann hatte ich dann das Bedürfnis, dies teilweise mal aufzuschreiben. Meine Anfänge waren ziemlich dilettantisch, aber sie legten trotzdem eine Art Grundstein. Als ich dann 1999 nach Irland reiste und mir damit einen Traum erfüllte, wurde dort etwas in mir geweckt. Ich kann das schlecht beschreiben, aber die Grüne Insel bewirkte, dass ich begriff, dass das Kinderbuch, an dem ich mich damals versuchte, nicht das Richtige für mich war. In Kerry hatte ich eine Kulisse gefunden, und es fühlte sich an, als warten meine Buchcharaktere dort auf mich. Seltsamerweise hob sich hier eine Nebenperson aus meinem damaligen Projekt sehr in den Vordergrund. Lórian, der Vater meiner eigentlichen Hauptfigur, zu der ich einfach nicht den richtigen Bezug fand. Sein Vater hingegen machte einige Wandlungen durch und entwickelte sich auf einmal zu einer sehr starken Figur, die eine eigene Geschichte haben wollte. Und Irland war der Schlüssel dazu. Als ich wieder zu Hause war, verwarf ich das Kinderbuch komplett und begann völlig anders. Lórian entwickelte sich dann zu einem meiner stärksten Charaktere, die ich heute immer noch sehr liebe. Seine Bücher wurden schließlich auch mein Veröffentlichungsdebüt. Leider sind die Romane zurzeit nicht erhältlich, weil ich sie gerade komplett umschreibe. Ich plane hier aber eine Neuveröffentlichung als Serie. Das wird aber noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen.
Mrs.BookNerd:
Schreibst du deine Bücher in einem Rutsch oder hast du bestimmte Phasen wann du schreibst?
Tanja Bern:

Ich schreibe meine Bücher in einem Rutsch, auch weil ich es mittlerweile hauptberuflich mache. Soll heißen, ich arbeite täglich daran, denn meist ist es so, dass hier schon Verträge vorhanden sind und ich eine Deadline habe. Früher habe ich aber eher phasenweise geschrieben. Meine jetzige Schreibmethode gefällt mir aber wesentlich besser.
Mrs.BookNerd:

Du hast ja nun schon einige Bücher geschrieben! Woher nimmst du die Ideen?
Tanja Bern:

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Sie fliegen mir irgendwie zu, oder ich werde mit der Nase darauf gestupst, durch ein Bild, einen Song oder ähnliche Inspirationen. Manchmal ist es, als könnte ich ein inneres Tor öffnen. Dahinter kann ich dann all die Figuren, Gefühle, Plots usw. finden. Aber diese Tür ist sehr eigen und lässt sich nicht immer öffnen.
Mrs.BookNerd:

Du schreibst in verschiedenen Genres! Gibt es eins was du am liebsten schreibst?
Tanja Bern:

Das kommt eher auf das Buchprojekt an, weniger auf das Genre. Da bin ich eigentlich flexibel. Es muss mich packen, ich muss die Geschichte spüren können, die Charaktere müssen mir nah sein. Das ist dann immer ein sehr besonderes Feeling, das ich total genieße. Manchmal muss man aber auch danach suchen. Es kann nämlich sein, dass sich dieses Gefühl erst nach und nach beim Schreiben entwickelt. Eines habe ich für mich festgestellt. Die Romance muss irgendwie überall mitmischen, egal, in welchem Genre ich mich tummle.
Mrs.BookNerd:


Wenn du eine Idee für ein Buch hast, planst du dann genau wie viele Teile es haben soll oder passiert es dann auch einfach mal das aus ursprünglich zwei Büchern drei werden?
Tanja Bern:

Das war bei meinem ersten Buch so. Ich machte mir zuerst gar keine Gedanken darüber, was daraus wirklich werden sollte. Ich denke aber, dass ich es anfangs schon als einen Einzelband angesehen hatte. Doch die Charaktere ließen mich einfach nicht los und so reihte sich dann Buch an Buch. *lach* Heute ist das aber selten. Ich halte mich erst einmal an den Plan, denn auch wenn ich ein zweites Buch im Kopf habe, spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Der erste Band muss sich gut verkaufen, und der Verlag muss weiteren Bänden zustimmen. Ich habe also durchaus für einige Bücher einen zweiten Teil im Kopf, es gibt auch schon diverse Stichpunkte oder Szenen, aber zurzeit ist das nicht realisierbar. Darum muss ich das dann vorerst fallenlassen. Als Self Publisher ist man da eventuell etwas flexibler. Einfacher ist es, den Verlagen direkt eine Reihe/Serie vorzustellen, da der Verlag ja dann das Komplettpaket nimmt.

Mrs.BookNerd:


Wieviel von dir steckt in deinen Buchcharakteren?
Tanja Bern:


Das kommt auf die Figur an. Ich denke, es fließt recht viel von mir in meine Geschichten und Charaktere. Wenn man schreibt, öffnet man ja schon irgendwie sein Inneres, und so lasse ich unbewusst viel in die Bücher hineinfließen. Das bemerke ich aber oft erst bei der Überarbeitung. Es ist wirklich ganz unterschiedlich. Oft sind es die Dinge, die ich selbst an mir gar nicht so wahrnehme. Natürlich erfüllt man sich in den eigenen Büchern auch geheime Wünsche und Träume, die man auf diese Art ausleben kann.
Mrs.BookNerd:

Wenn du mit einem deiner Buchcharaktere für einen Tag tauschen könntest, wer wäre es und warum?

Tanja Bern:

Ich würde mit Jake aus „Nah bei mir“ tauschen, um einmal leibhaftig bei John sein zu können. Er ist mir einfach einer der Liebsten und mir immer ganz nah. Von jeher habe ich ihn gespürt, und heute ist er so etwas wie meine Muse. Auf irgendeine Weise ist er bei mir und unterstützt mich. 
Mrs.BookNerd:
Auf welches deiner Bücher bist du am stolzesten? 
Tanja Bern:
Das ist wirklich schwer zu beantworten, denn auf unterschiedliche Weise bin ich auf jedes meiner Bücher stolz. Manchmal kann ich kaum glauben, dass ich all das geschrieben habe. Bei jeder Geschichte musste ich aus mir herauswachsen, habe mitgelitten, war voller Freude oder in Trauer. Ich kann kaum zählen, wie oft ich bei traurigen oder schlimmen Szenen weinend am PC saß. Aber genau das werden die besten, emotionalsten Kapitel. Für mich gehört es dazu, denn dann weiß ich, dass ich völlig mit dem entstehenden Buch verbunden bin. Ich glaube, ich bin auch stolz darauf, dass ich nicht aufgebe, trotz aller Schwierigkeiten die die harte Branche mit sich bringt. Manchmal verliere ich die Hoffnung, aber nie meinen eisernen Willen weiterzumachen. Und dann kommt eine wunderbare Rezension und der kleine Hoffnungsfunke ist wieder da, entzündet mich wieder, und ich mache weiter. Denn in den letzten Jahren wird es immer schwerer, überhaupt wahrgenommen zu werden. Ich bin nicht so der Paradiesvogel und ich tue mich mit Selbstdarstellung sehr schwer. Ich bin eher der kreativ-chaotische Typ, der im stillen Kämmerlein oder im Wald sitzt und Geschichten webt. Der Trend, sich hauptsächlich selbst zu vermarkten liegt mir nicht so. Ich hab einfach so einen kleinen Schweinehund, den ich immer wieder überwinden muss.  Ich weiß, ich weiche vom Thema ab, aber ich bin tatsächlich auch stolz darauf, dass ich mich trotzdem immer wieder überwinde, mich zeige, mich öffne, neue Dinge ausprobiere, obwohl ich mich eigentlich ganz gern verstecken würde. *lach* 
Mrs.BookNerd:
Woher stammen die Namen aus deinen Büchern?
Tanja Bern:


Einige flogen mir zu, andere habe ich selbst erdacht, aber die meisten hole ich mir von Namensseiten aus dem Internet. Das ist ein unerschöpflicher Fundus. Und ich spüre sofort, ob ein Name passt. Das Gefühl dazu muss stimmen. Und manchmal suche ich ganz schön lange.
Mrs.BookNerd:
Kommst du trotzdem nebenbei zum lesen? was war das letzte Buch was du verschlungen hast?
Tanja Bern:

Hnng, jein. Ich versuche jede längere, freie Zeit zu nutzen, um Bücher zu lesen. Aber für meinen Geschmack ist das zurzeit viel zu wenig. Denn ich bin eigentlich immer in einer aktiven Schreibphase, und da würde mich ein Fremdbuch rausbringen. Also nutze ich jeden Urlaub, auch mal längere Wochenenden oder die Überarbeitungszeiten, um zu schmökern. Ich genieße das dann total! Zuletzt habe ich die Dilogie „No Return“ von Jennifer Wolf und den Dreiteiler „Die Dreizehnte Fee“ von Julia Adrian sozusagen eingesogen. Wirklich sehr empfehlenswerte Bücher!
Mrs.BookNerd:
Kannst du unseren Lesern Tipps fürs schreiben geben? Was sollte man beachten?
Tanja Bern:

Oh je, das ist ein Thema, das man nur schwer in wenige Worte fassen kann. Ich habe das Schreiben nie offiziell gelernt, komme ursprünglich aus dem Friseurberuf und habe mich jahrelang hochgearbeitet. Man muss kritikfähig sein, darf sich nicht an einzelnen Formulierungen festhalten. Vor allem den Lektoren sollte man gut zuhören und abwägen, ob sie die Geschichte mit ihren Vorschlägen nicht zu einem Diamanten schleifen werden. Bei einem Lektorat zum Beispiel schaue ich mir zuerst gar nicht die Verbesserungen an. (Ich bekomme meist zwei Dokumente, bei einem sind die Änderungen sichtbar, bei dem anderen nicht.) Ich denke über die Änderungsvorschläge nach und setze sie in meinem Sinne um. Dann lese ich das bearbeitete Script. Und oft kann ich gar nicht sagen, was geändert wurde! Ich mache mir nur eine Notiz, wenn mir was auffällt, was nicht ganz passt (und das ist meist sehr wenig). Erst am Schluss schaue ich kurz in die Änderungen und bin überrascht, weil ich die Änderungen beim Lesen gar nicht wahrgenommen habe. Soll heißen, man muss offen bleiben, aber trotzdem seinen Weg gehen. Geduld ist auch absolut vonnöten und gute Kontakte, wenn man ans Veröffentlichen denkt. Zum Schreiben selbst kommt man anfangs durch ein bestimmtes Gefühl, dem man nachgehen sollte. In der Rohfassung sollte man nicht zu perfektionistisch sein, das bleibt den Überarbeitungen vorbehalten. Weiterbildung ist auch unheimlich wichtig. Man muss das Schreiben nicht studieren, sollte sich aber schon intensiv einlesen, worauf es ankommt. Das Gelernte muss man dann mit seinem eigenen Stil mischen und etwas Eigenes erschaffen. Zumindest ich habe es so in etwa gehandhabt.
Mrs.BookNerd:
Gibt es einen Autor/eine Autorin den/die du als Vorbild hast?
Tanja Bern:

Ehrlich gesagt, nein. Ich habe zu vielen Autoren einen engen Kontakt, schätze meine Kollegen sehr und versuche sie, wo ich kann, zu unterstützen. Wir helfen uns gegenseitig, bauen uns auf und ich habe durch das Social Media wirklich tolle Freunde gewonnen. Aber als Vorbilder sehe ich sie nicht, da ich meinen eigenen Weg gehe und mich eigentlich nicht beeinflussen lasse. Natürlich nehme ich Kritik an, lasse mich beraten, brainstorme mit anderen Autoren, aber das bestärkt eher. Eine Autorin möchte ich allerdings an dieser Stelle gerne erwähnen. Meine langjährige Freundin Norma Feye. Wir mögen uns nicht jede Woche sehen, aber sind uns als Freunde seit Jahren treu. Sie möchte ich nicht missen, nicht als Mensch und nicht als Autorin.
Mrs.BookNerd:
Welche Buchpläne hast du für die Zukunft?
Tanja Bern:

Oh, eine Menge. Anfang 2018 erscheint bei Bastei Lübbe im Label be-ebooks mein neues Buch „Die Töchter von Tarlington Manor“. Es erscheint in der Familiengeheimnis-Reihe und ist sogar schon vorbestellbar. Aktuell arbeite ich an einem zweiten Buch in dieser Reihe, hier ist die Geschichte aber eine völlig andere. Danach werde ich für den Verlag „Edel Elements“ einen Vierteiler schreiben, mit der Kulisse Irland. Danach sind eigentlich zwei Bücher für einen Kleinverlag an der Reihe. Der zweite Teil von „Nah bei mir“ und „im Zeichen der Rabenfeder“. Ich bin mal gespannt, ob mein Plan so bestehen bleibt, oder ob sich womöglich noch was dazwischen drängelt.

 
Die Autorin ganz Privat:

1.Lieblingsbuch: 


"Meeresblau" von Britta Strauß

"Honigsommer" von Diana Wintermeer
"Drachenfeuer" von Hohlbein
2.Lieblingsautor:

Britta Strauß, Diana Wintermeer
3.Lieblingsgenre: 


Fantasy-Romance
4.Lieblingsfilm:

Avatar
5.Lieblingsserie: 

The Magicians, The Walking Dead, Grey’s Anatomy
6.Lieblingstier?:

Katze, Pferd, Hund
7.Buch oder e-book?:

eBook
8.Kaffee oder Tee?:

Kaffee!

DAS SCHLUSSWORT DER AUTORIN! 

Mir hat das Interview sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, ihr habt gespürt, wie sehr mein Leben mit Büchern und Geschichten verbunden ist. Schreiben ist meine Berufung, meine Leidenschaft. Lesen ist meine Liebe. Bücher sind einfach etwas Wunderbares. Ich könnte nie auf sie verzichten. Ihr sicher auch nicht, oder? Danke, dass ihr bis hierher gelesen habt.