Donnerstag, 18. Mai 2017

Interview: Tanya Carpenter


Heute mit der Autorin: Tanya Carpenter


Ein ganz liebes Hallo an die Leser von Mrs.BookNerds-Bücherblog. Ich heiße Tanya Carpenter (Steht sogar in meinem Personalausweis!), bin Jahrgang 1975 und lebe und arbeite in einem beschaulichen kleinen Dörfchen im Herzen Hessens. Ich lese also sehr ländlich, was meinen Faible für Natur und Tiere zugute kommt. Wenn ich nicht meinem Bürojob nachgehe oder schreibe, verbringe ich viel Zeit mit meinem Pferd oder meinen Hunden in freier Natur. Ich schreibe praktisch seit meiner Kindheit, da mein Vater mir mit 4 Jahren schon Lesen und Schreiben beigebracht hat. Da ich immer schon ein sehr fantasievoller Mensch bin (wohl auch in Ermangelung von gleichaltrigen Spielkameraden in der Nachbarschaft), erschlossen sich mit über Geschichten ganze Welten. Das hat mich so geprägt, dass es mich nie wieder losgelassen hat. Ich veröffentlichte Romane und Kurzgeschichten seit 2007. Alles begann mit meiner Vampir-Serie „Ruf des Blutes“, die bald unter neuem Namen wieder aufgelegt wird. Inzwischen bediene ich unterschiedliche Genre der Belletristik. So ist „Das Ikarus-Evangelium“ eher ein Thriller, dem sogar nachgesagt wurde, dass er in die Richtung von Dan Brown ginge. Das Liebesdrama „Alle Tage unseres Lebens“ ist hingegen Romance pur (mit einer gehörigen Portion Irland). Und mit „Seduction: Verführt“ darf ich auch niveauvolle Erotik zu meinem Repertoire zählen. Mein Herz gehört aber ganz klar den Wesen der Nacht und so steht derzeit meine zweite Vampir-Serie die „L.A. Vampires“ für mich im Mittelpunkt, die bisher mit den Bänden „Nephilim“ , „Azrae“ und „Cherubim“ erschienen ist. „Grigori“ wird in kürze folgen. Auch meine leicht historisch angehauchte Vampir/Werwolf-Dilogie „Sommermond“ soll ein Revival erfahren, näheres werde ich euch in Kürze wissen lassen. Neugierig geworden? Dann lasst uns einen Blick in meine Romane werfen.
 

Bereits erschienen...


Weitere Bücher der Autorin findet ihr HIER


Ich habe der lieben Tanya ein paar Fragen gestellt! Lest hier ihre Antworten! 



Mrs.BookNerd:
Fangen wir mit einer einfachen Frage an. Wie bist du zum schreiben gekommen? Gab es ein bestimmtes Ereignis?
Tanya Carpenter: 
Mein Vater brachte mir mit 4 Jahren Lesen und schreiben bei. Seitdem liebe ich Bücher. Es war immer der Traum meines Vater, einmal seine Biografie zu veröffentlichen. Leider starb er viel zu früh. Vielleicht war das für mich der Ansporn, Autorin zu werden. Ihm zu ehren. Jedenfalls könnte ich mir ein Leben ohne das Schreiben nicht mehr vorstellen.
Mrs.BookNerd: 
Woher nimmst du die Ideen für deine Bücher?
Tanya Carpenter:
Von überall her. Sie überfallen mich sozusagen. Das kann ein Duft sein, ein Bild, ein Song, ein Ereignis, eine Stimmung, ein einzelner Satz. Von außen oder einfach in meinem Kopf. Manchmal stellen sich mir auch irgendwelche Figuren urplötzlich vor und erzählen mir ihre Geschichte. Ich muss wirklich nur zuhören und die Worte fließen lassen. Ein magischer Prozess
Mrs.BookNerd: 
Schreibst du deine Bücher in einem Rutsch oder hast du immer so Phasen wann du schreibst?
Tanya Carpenter:
Ich denke, ich bin schon eher der "Phasenschreiber". Ich beiße mich, auch nicht fest. Wenn ich merke, ich komme irgendwo nicht weiter, dann wechsle ich zu einem anderen Projekt oder arbeite an einem neuen Exposé. Da ich sehr viele Ideen habe, ist das zum Glück nie ein Problem.
Mrs.BookNerd: 
Kannst du uns das Gefühl beschreiben das du hattest als du dein erstes Buch beendet hast?
Tanya Carpenter: 
Schwierig, denn im Grunde beendet man ein Buch wohl nie so ganz. Man lässt es irgendwann los. Das muss man auch, denn man findet immer, bei jedem Durchgang, noch etwas, das man verbessern oder verändern möchte. Aber die Gefahr ist groß, dass man ab einem gewissen Punkt eher verschlimmbessert. Es ist bei jedem Buch wieder aufs Neue toll, wenn man die Story in der ersten Fassung abschließt und weiß, man hat es wieder geschafft. Das ist Erleichterung, Stolz, aber auch ein bisschen Trauer, weil man sein Baby nun in die Welt hinauslassen muss. Zum Glück darf man ja mindestens einmal nochmal ran. Nach einem guten Lektorat. Das macht fast noch mehr Spaß als das Schreiben an sich.

Mrs.BookNerd: 
Du schreibst in so vielen verschiedenen Genres. Kommt man da nicht durcheinander? & hast du ein Lieblingsgenre in dem du schreibst?
Tanya Carpenter:
Ich kenne all meine Charaktere und ihre Geschichten so, wie man Freunde, Kollegen, Familie kennt. Das heißt, sie sind alle individuell und für mich sehr real. Die unterschiedlichen Genre sind wie unterschiedliche Kulturen, Wohnorte, Lebensphilosophien, aber sie gehören für mich alle zu einer Welt. Darum komme ich nicht durcheinander. Ich mag alle Genre gern, aber Dark Romance hat für mich schon immer noch einen besonderen Reiz und Erotik ebenso.

Mrs.BookNerd: 

Hattest du schon mal eine richtige Schreibblockade?
Tanya Carpenter:
Hat ein Bäcker eine Backblockade? *lach* Spaß beiseite, natürlich hat man manchmal das Problem, dass man an irgendeinem Punkt nicht weiterkommt, oder dass man mit einem Charakter nicht so ganz warm wird. Aber da ich nicht von Seite 1 bis Ende schreibe, sondern Szenenweise und am Schluss die Lücke fülle, kann ich beliebig springen. Immer zu der Szene, die sich gerade in meinem Kopf formt. Im Zweifel halt auch mal einfach zu einem anderen Projekt wechseln. So konnte ich bisher echte Schreibblockaden vermeiden. Natürlich habe auch ich mal mehr mal weniger Lust zum Schreiben, vor allem, wenn der Alltag gerade stressig ist oder mich Sorgen bedrücken. Aber ich versuche, das immer auch professionell zu sehen. Ich muss auch jeden Tag ins Büro und dort meine Leistung bringen. Schreiben ist für mich mehr als ein Hobby. Es ist mein zweiter Beruf und meine Berufung.
Mrs.BookNerd: 
Deine Geschichten spielen in verschiedenen Ländern. Verbindest du etwas mit diesen Orten? 
Tanya Carpenter:

 Es sind meist Länder, die mich faszinieren. Ich liebe es, sie auf diese Weise zu erkunden und zu bereisen. Aufgrund meiner Lebensumstände (eine Mutter mit gesundheitlichen Handicaps, Hunde, Pferd, u.ä.) kann ich nicht oft und schon gar nicht lange verreisen. Es ist sozusagen mein Ersatz, wenn ich diese Länder und Städte durch meine Recherchen erkunden darf.
 Mrs.BookNerd: 
Auf welches deiner Bücher bist du am stolzesten?
Tanya Carpenter:

Auf das Ikarus-Evangelium und Seduction.
Mrs.BookNerd: 
Wie und wo kannst du am besten schreiben? 
Tanya Carpenter:

Ich bin eine Eule, also ein Nachtmensch. Wenn ich meinem natürlichen Biorhythmus folgen kann, schlafe ich bis 8 Uhr morgens, erledige tagsüber meine Pflichten und setze mich am frühen Abend bis spät in die Nacht an meinen Rechner. Wenn ich arbeiten gehe, ist das natürlich nicht ganz so möglich. Dann schreibe ich Abends (und schaue, dass ich gegen Mitternacht im Bett bin). Am liebsten schreibe ich in meinem gemütlichen Wohnzimmer mit Blick auf den Kamin. Aber es gibt auch Phasen, wo ich besonders gut im Bett schreiben kann oder auch mal in einem kleinen Café.
Mrs.BookNerd: 
Woher stammen die Namen aus deinen Büchern?
Tanya Carpenter:

Meine Protagonisten stellen sich mir vor. Es sind ihre Namen, die ich so akzeptiere. Ganz ehrlich, ich überlege nie nach einem Namen. Während den Schreiben, oder sogar schon bevor ich damit beginne, sind die Namen in meinem Kopf. Ich habe das nie hinterfragt.
Mrs.BookNerd:
Was machst du in deiner Freizeit? (Also neben dem schreiben!) 
Tanya Carpenter:
Lange Spaziergänge mit den Hunden, Ausritte mit dem Pferd plus Stallarbeit, hin und wieder eine Fototour, Essen gehen mit Freunden oder auch einfach mal einen gemütlich Abend auf dem Sofa DVD schauen. Wenn ich zur Ruhe kommen kann, dann lese ich auch, aber das mache ich ungern, wenn ich selbst an vielen Projekten schreibe. Das würde mich dann doch rausreißen.
Mrs.BookNerd:
Wie sieht dein Alltag als Autorin so aus? 
Tanya Carpenter:
Im Urlaub: Aufstehen, die Hunde und meine Ma versorgen, frühstücken, Pferd, Mittagessen, Hundegang, Hausarbeit, Schreiben bis spät in die Nacht. 
Im Alltag: Sehr früh aufstehen, die Hunde und meine Ma versorgen, frühstücken, zur Arbeit fahren, arbeiten bis Nachmittags, nach Hause fahren, das Pferd versorgen, mit den Hunden gehen, Abendessen, kleinere Hausarbeiten, Schreiben bis nicht ganz so spät in die Nacht.

Mrs.BookNerd:
Kommst du trotzdem nebenbei zum lesen? was war das letzte Buch was du verschlungen hast? 
Tanya Carpenter:

Ich komme momentan wirklich kaum zum Lesen. Wenn, dann sind es meist Bücher, die ich im Endkorrektorat bekomme. Darüber bin ich eigentlich froh, sonst würde ich wohl gar nicht dazu kommen derzeit. Berührt hat mich zuletzt „Nah bei mir“ von Tanja Bern und „Deine Seele in mir“ von Susanna Ernst.
Mrs.BookNerd:
Gibt es einen Autor/eine Autorin den/die du als Vorbild hast? 
Tanya Carpenter:

Diana Gabaldon, Anne Rice, Dan Brown, Mary Higgins Clark
Mrs.BookNerd:
Welche Buchpläne hast du für die Zukunft?
Tanya Carpenter:
Extrem viele. Es liegen eine Menge Expos bei meiner Agentur. Wir werden sehen, welches sich als nächstes vermitteln lässt. Direkt vor mir liegt die Aufarbeitung meiner Crime-Time-Dinner-Kurzgeschichten um Eodora Mable, die ich gern veröffentlicht sähe. Der letzte Band meiner L.A. Vampires und ein Episodenroman über eine Hexe. Alles andere ist mehr oder weniger in der Schwebe, wobei ich sehr gerne die Story um „Seduction“ fortsetzen würde.


Die Autorin ganz Privat:

1.Lieblingsbuch: Wer Liebe verspricht(Rebecca Ryman), Falsetto (Anne Rice),   
2.Lieblingsautor: Gabaldon, Brown, Higgins-Clark,Zimmer-Bradley
3.Lieblingsgenre: Dark Romance,Krimi, Thriller,Historie,Zeitreise,Romantic suspence
4.Lieblingsfilm: In guten wie in schlechten Tage,
Die Reise ins Labyrinth, Der kleine Lord, Olympus has fallen
5.Lieblingsserie: Lucifer, Vampire Diaries, The Originals uvm.
6.Buch oder e-book?: Buch 
7.hund oder Katze?: Hund
8.Kaffee oder Tee?: Beides


DAS SCHLUSSWORT DER AUTORIN! 

Ich hoffe, dass dieser Tag einen kleinen Einblick in mein Autorenleben ermöglicht hat, das ich nicht mehr missen möchte. Schreiben ist für mich eine Sucht, etwas, das mich erfüllt und glücklich macht. Ich liebe das Feedback meiner Leser, den Austausch in Leserunden. Ich genieße es, wenn sich die Geschichten unter meinen Fingern entwickeln und ich dabei sein und sie erleben darf. Es ist jedes Mal ein magischer Prozess, ein unbeschreibliches Erlebnis. Man kann sich, wenn man es nicht selbst erlebt hat, kaum vorstellen, wie intensiv es ist, wenn so eine Geschichte lebendig wird, wenn sich die Protagonisten (und Antagonisten) entwickeln und manchmal ihren ganz eigenen Kopf haben. Ich bin dankbar, dass ich all dies mit meinen Lesern teilen darf, die mir immer wieder bestätigen, dass ich sie für eine Weile aus der Realität entführen und mit meinen Helden und Schurken fesseln kann. Ab und zu brauchen wir alle diese kleine Auszeiten aus dem Alltag und ich hoffe, dass noch sehr viele Jahre lang Bücher dieses kleine Tor zu einer inneren Welt sein können, in denen man für eine Weile alle Sorgen vergessen kann.